Bilde dir nichts auf deine Weisheit ein, sondern fürchte den Herrn und meide das Böse. (Sprüche 3,7 NL)
Im Alten Testament wurde der Weisheit eindeutig besondere Wichtigkeit beigemessen, was u. a. das Buch der Sprüche bestätigt. Jedoch wurde im Alten Testament Weisheit nicht als die Fähigkeit betrachtet, unabhängig von Gott zu denken. Es war viel mehr eine Akzeptanz und eine Erkenntnis göttlicher Offenbarung.
Biblische Weisheit besteht darin, das Leben aus Gottes Perspektive zu sehen. Wenn Weisheit zu Rationalismus verkümmert, dann wird unser Leben zu einer intellektuellen Beschäftigung statt zu einer lebendigen Beziehung mit Gott. Sprüche 3,5-7 (NL) beschreibt die Beziehung, die sich Gott mit uns wünscht: „Vertraue von ganzem Herzen auf den Herrn und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Denke an ihn, was immer du tust, dann wird er dir den richtigen Weg zeigen. Bilde dir nichts auf deine Weisheit ein, sondern fürchte den Herrn und meide das Böse.“
Die Abkehr vom Bösen zeigt, dass es moralische Grenzen gibt. Gottes Wille ist, dass wir innerhalb dieser Grenzen leben. Wir sind frei, so zu leben, wie Gott uns führt, solange wir moralisch rein bleiben und die biblische Weisheit anwenden. Da alle Ungläubigen ausserhalb den von Gott bestimmten moralischen Grenzen leben, müssen sie mit dem Gericht rechnen.
Christen, die ausserhalb der moralischen Grenzen leben, müssen mit einer Strafe rechnen. Der Schreiber des Hebräerbriefs bestätigt dies: „Mit all seinen Kindern ist Gott auf diese Weise verfahren. Wenn er euch nicht erziehen würde, würde das heissen, dass ihr gar nicht seine rechtmässigen Kinder seid.“ (Hebräer 12,8 NGÜ).
Es ist wahr, dass uns Gott frei entscheiden lässt in Belangen, die keine moralischen Werte betreffen. Aber dabei erwartet er, dass wir sein Wort kennen und dementsprechend weise Entscheidungen treffen. Er hat uns seinen Willen hauptsächlich in seinem Wort mitgeteilt und freut sich, wenn wir uns in Demut seinem Wort unterwerfen und gehorsam sind. Wir sind aber nicht Heilige des Alten Testaments.
Wir sind Christen des Neuen Testaments. Christus hat Juden und Heiden miteinander versöhnt und wir haben nun beides, Macht und Weisheit. Was das Zeitalter der Gemeinde prägt, ist die Gegenwart des Heiligen Geistes, der uns zum vollen Verständnis der Wahrheit führen will. „Uns aber hat hat Gott dieses Geheimnis durch seinen Geist enthüllt – durch den Geist, der alles erforscht, auch die verborgensten Gedanken Gottes.“ (1. Korinther 2,10 NGÜ).
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