Geistlich wachsam

Feste Nahrung dagegen ist für die Menschen, die erwachsen und reif sind, die aufgrund ihrer Erfahrung gelernt haben,
zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. (Hebräer 5,14 NL)

In vielen Seelsorgefällen kann ich spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist oder dass das, worum es wirklich geht, überdeckt oder überspielt wird. Manchmal denke ich zu wissen, was es ist, aber statt gleich damit herauszuplatzen, prüfe ich den Eindruck erst.

Wenn ich zum Beispiel wahrnehme, dass der Ratsuchende an Homosexualität gebunden sein könnte, sage ich nicht: „Sie sind ein Homosexueller, stimmt’s?“ Stattdessen prüfe ich diesen inneren Eindruck, indem ich zum passenden Zeitpunkt frage: „Hatten Sie jemals mit homosexuellen Gedanken und Neigungen zu kämpfen?“ Falls der Heilige Geist die ratsuchende Person dann überführt, kommt das Problem normalerweise an die Oberfläche und kann angegangen werden.

Haben Sie je ,gewusst‘, dass jemand Christ war, bevor er es Ihnen sagte? Haben Sie schon einmal gespürt, dass der Geist Ihres Gegenübers mit Ihrem Geist im Einklang stand? Da ist nichts Magisches dabei, sondern es ist einfach die Gegenwart des Heiligen Geistes, der es unserem Innersten bezeugt. Ein andermal warnt der Heilige Geist, dass der Geist, dem eine andere Person untersteht, nicht mit Ihrem Geist im Einklang ist.

Wenn wir es lernten, in unseren Gemeinden und Familien mehr geistliche Wahrnehmungs kraft zu haben, könnte uns Gott vor manchem Unglück bewahren. Bei uns in der westlichen Welt verhindert unsere kognitive, von der linken Gehirnhälfte bestimmte Auffassung fast gänzlich, dass wir mit Hilfe der Geisterunterscheidung durch die geistliche Welt navigieren können.

Der Schreiber des Hebräerbriefs definiert das Unterscheidungsvermögen als Zeichen der Reife: „Feste Nahrung dagegen ist für die Menschen, die erwachsen und reif sind, die aufgrund ihrer Erfahrung gelernt haben, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.“ (Hebräer 5,14 NL).

Eine gute systematische Theologie ist ein wesentliches Fundament, auf dem wir unser Leben aufbauen können. Es ist wie das Knochengerüst unseres Körpers. Aber eine tote Orthodoxie ist genau das: tot! Es ist der Heilige Geist, der dem Leib Jesu, der Gemeinde, Leben gibt. Sie braucht dringend Menschen mit einer biblischen Glaubenslehre, die auch gelernt haben, geistlich zu unterscheiden.

“Lass meine Empfindsamkeit der geistlichen Welt gegenüber wachsen, Herr, und bewahre mich vor der Gefahr, das Leben nur aus der menschlichen Perspektive wahrzunehmen.”

Source: https://www.freedominchrist.eu

Facebooktwitterlinkedintumblr