Ein altes Gospel-Lied hat für mich eine tiefe Bedeutung. Es heißt: „Jesus hat einen Tisch bereitet / Dort werden die Heiligen Gottes gespeist / Er lädt sein auserwähltes Volk ein: Kommt und esst.“
Welch eine wunderbare Aussicht: Der Herr hat im Himmel einen Tisch für seine Nachfolger bereitet! Jesus sagte zu seinen Jüngern: “Und ich vermache euch das Reich, wie es mir mein Vater vermacht hat, damit ihr an meinem Tisch in meinem Reich esst und trinkt“ (Lukas 22:29–30). Nach ihm zu hungern bedeutet, dass auch wir durch den Glauben an diesem Tisch Platz nehmen.
Wenn der Apostel Paulus uns auffordert: “Lasst uns das Fest feiern“ (1. Korinther 5:8), meint er damit, dass wir klar erkennen sollen, dass uns ein Platz in den himmlischen Örtern bei Christus an seinem königlichen Tisch zugewiesen worden ist. Paulus sagt damit: “Erscheint immer. Lasst niemals zu, dass man sagen muss, euer Platz sei leer.“
Die traurige Wahrheit ist, dass die Gemeinde Jesu Christi einfach nicht begreift, was es bedeutet, das Fest zu feiern. Wir verstehen nicht die Majestät und Ehre, die uns dadurch zuteilwird, dass Christus uns auferweckt hat, damit wir mit ihm in den himmlischen Örtern sitzen. Wir sind zu beschäftigt geworden, um an seinem Tisch Platz zu nehmen. Fälschlicherweise beziehen wir unsere geistliche Freude aus dem Dienst statt aus der Gemeinschaft mit ihm. Wir tun immer mehr für einen Herrn, den wir immer weniger kennen. Wir verausgaben uns völlig, indem wir unseren Körper und unseren Verstand seinem Werk widmen, aber wir feiern nur selten das Fest.
Das Eine, was unser Herr von seinen Dienern, Geistlichen und Hirten vor allem anderen sucht, ist Gemeinschaft an seinem Tisch. Dieser Tisch ist ein Ort geistlicher Vertrautheit, und er ist jeden Tag gedeckt. Das Fest zu feiern bedeutet, immer wieder zu ihm zu kommen, um Nahrung, Kraft, Weisheit und Gemeinschaft zu empfangen.
Seit dem Kreuz hatten alle geistlichen Giganten eines gemeinsam: Sie ehrten den Tisch des Herrn. Sie verloren sich in der unermesslichen Größe Christi. Und sie alle starben mit der Klage, dass sie noch so wenig von ihm und seinem Leben erkannt hatten.
Unser heutiges Bild von Christus ist zu klein, zu begrenzt. Wir brauchen ein Evangelium der “Weite“, um die komplizierten und zunehmenden Probleme dieses bösen Zeitalters zu überwinden. Denn Gott löst die Probleme dieser Welt nicht einfach – er verschlingt sie in seiner unermesslichen Größe! Wer eine immer tiefere Offenbarung von der Größe Christi empfängt, muss kein Problem, keinen Teufel und keine Macht auf dieser Erde fürchten. Er weiß, dass Christus größer ist als alles. Wenn wir eine solche Offenbarung davon hätten, wie groß, wie grenzenlos, unermesslich, unbegrenzt und gewaltig er ist, würden wir niemals wieder von den Problemen des Lebens überwältigt werden.
Paulus ist darin ein Beispiel für uns. Er war entschlossen, eine immer tiefere Offenbarung von Christus zu empfangen. Tatsächlich kam alles, was er von Christus wusste, durch Offenbarung; es wurde ihm am Tisch des Herrn gelehrt und durch den Heiligen Geist in ihm zur Wahrheit gemacht. Denkt daran: Erst drei Jahre nach seiner Bekehrung ging Paulus nach Jerusalem, um Zeit mit den Aposteln zu verbringen, und er blieb nur fünfzehn Tage bei ihnen, bevor er seine Missionsreisen fortsetzte. Später sagte er: “Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgetan worden“ (Epheser 3:3). Der Heilige Geist kennt die tiefen und verborgenen Geheimnisse Gottes, und Paulus betete ständig um die Gnadengabe, “den unausforschlichen Reichtum Christi“ zu verstehen und zu verkündigen (Epheser 3:8).
Der Herr sucht Gläubige, die sich nicht damit zufriedengeben, sich durch all die widersprüchlichen Stimmen hindurchzuarbeiten, um ein wahres Wort zu finden. Er möchte, dass wir nach einer Offenbarung von ihm hungern, die ganz uns gehört – nach einer tiefen, persönlichen Vertrautheit mit ihm.
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