Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein. (Lukas 14:26)
Das griechische Wort für “hassen“ bedeutet “im Vergleich weniger lieben“. Jesus ruft uns dazu auf, eine Liebe zu ihm zu haben, die so allumfassend, innig und bedingungslos ist, dass all unsere irdischen Zuneigungen nicht einmal annähernd an sie heranreichen können.
Denken wir einmal darüber nach: Wissen wir, wie es ist, in seine liebevolle Gegenwart zu kommen und um nichts zu bitten? Uns nur deshalb nach ihm auszustrecken, weil wir dankbar sind, dass er uns so vollkommen liebt?
Unsere Gebete sind selbstsüchtig und auf uns selbst ausgerichtet geworden: “Gib uns … begegne uns … segne uns … gebrauche uns … beschütze uns.“ All das mag biblisch sein, doch der Fokus bleibt auf uns gerichtet. Selbst unser Dienst für den Herrn ist selbstbezogen geworden. Wir möchten, dass er unseren Dienst an ihm segnet, damit wir wissen können, dass unser Glaube echt ist. Dem Herrn ist jedoch wichtiger, was wir in ihm werden, als das, was wir für ihn tun.
Vielleicht ist jemand, der dies liest, verletzt, weil sich Türen zu einem Dienst verschlossen haben. Er oder sie fühlt sich vielleicht “aufs Abstellgleis gestellt“. Jemand anderes mag denken, dass er dem Herrn auf irgendeinem bedürftigen Missionsfeld nützlicher sein könnte. Aber ich sage: Wir können dem Herrn nicht nützlicher sein, als wenn wir ihm in der Verborgenheit unseres Gebetslebens Liebe entgegenbringen. Wenn wir den Herrn suchen, wenn wir sein Wort unaufhörlich erforschen, um ihn immer besser kennenzulernen, dann sind wir auf dem Höhepunkt unserer Nützlichkeit. Wir tun mehr, um Gott zu segnen und zufriedenzustellen, wenn wir uns in liebevoller Gemeinschaft mit ihm zurückziehen, als durch irgendetwas anderes. Welche Aufgabe auch immer er uns zu Hause oder im Ausland eröffnen mag – sie wird mühelos aus unserer Gemeinschaft mit ihm herausfließen. Ihm ist es wichtiger, unser ganzes Herz zu gewinnen, als dass wir die Welt für ihn gewinnen.
Dies soll die eifrige Arbeit der Seelengewinnung nicht herabsetzen, sondern vielmehr deutlich machen, dass jede vom Geist gesegnete Evangelisation aus der Gemeinschaft mit Gott hervorgeht. Der Zeuge, der oft im Gebet beim Herrn ist, wird die Weisheit, das vom Heiligen Geist bestimmte richtige Timing und die Kraft erhalten, den Willen Gottes zu tun.
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