Wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Besitz rauben, wenn er den Starken nicht vorher fesselt? (Matthäus 12,29 NGÜ)
Eine weitere falsche Annahme in Bezug auf die geistliche Welt ist, dass einige Probleme psychologisch und andere geistlich sind. Diese falsche Annahme setzt eine Trennung zwischen der Seele und dem Geist des Menschen voraus – und die gibt es nicht. Es gibt keinen inneren Konflikt, der nicht psychisch ist, denn Ihr Verstand, Ihre Gefühle und Ihr Wille sind immer daran beteiligt. Genauso gibt es kein Problem, das nicht auch geistlich ist. Keinen Moment ist Gott abwesend, doch wir dürfen uns keinen Augenblick sicher wähnen und die Waffenrüstung Gottes ablegen. Heute besteht die Tendenz, dass man entweder auf einen reinen Befreiungsdienst ausgerichtet ist und den körperlichen Bereich ausblendet oder aber nur Psychotherapie anbietet und den geistlichen Bereich außer Acht lässt.
Dr. Paul Hieber, ein Missiologe, fasst seine Sicht so zusammen: «Solange die Gläubigen sich eine zweistufige Weltanschauung gefallen lassen, die Gott in den Bereich des Übernatürlichen verbannt und die natürliche Welt in der Praxis nach autonomen wissenschaftlichen Gesetzen ablaufen sieht, wird das Christentum weiter zur Verweltlichung der Gesellschaft beitragen.» Wenn Ihre Weltanschauung die Beteiligung des ‚Gottes dieser Welt’ an menschlichen Problemen ausschließt, ist sie bestenfalls unvollständig, schlimmsten Falles aber eine Verdrehung der Realität.
Eine andere falsche Annahme ist, dass Christen keinen dämonischen Aktivitäten unterworfen seien. Die vorherrschende Meinung unter den Gläubigen unserer Zeit ist, dass Christen nicht ernsthaft von Dämonen angegriffen werden können. Oft wird schon die Andeutung der Möglichkeit, dass dämonischer Einfluss ein Teil des Problems sein könnte, schnell abgetan: «Unmöglich! Ich bin doch Christ!»
Nichts hat das Diagnostizieren geistlicher Probleme schlimmer beeinträchtigt als diese Unwahrheit. Wenn Satan die Gemeinde nicht angreifen kann, warum werden wir dann angewiesen, die Waffenrüstung Gottes anzulegen, dem Teufel Widerstand zu leisten, festzustehen und gefechtsbereit zu sein? Wenn wir dem Satan nicht in die Falle gehen oder durch ihn verwundet werden können, warum beschreibt dann Paulus unsere Beziehung zu den Mächten der Finsternis als einen Kampf? Gerade die Menschen, die das Zerstörungspotential des Feindes nicht wahrhaben wollen, sind am wenigsten dagegen immun.
“Vater, ich will in Bezug auf die geistliche Welt nicht unwissend sein. Entferne die Scheuklappen von meinen Augen, damit ich klar sehe und die Wahrheit an andere weitergeben kann.”
Source: http://www.freedominchrist.eu




