Jede Rebe an mir, die nicht Frucht trägt, schneidet er ab; eine Rebe aber, die Frucht trägt, schneidet er zurück; so reinigt er sie, damit sie noch mehr Frucht hervorbringt. (Johannes 15,2 NGÜ)
Unser Ziel ist, dass wir in Christus bleiben, nicht dass wir Frucht bringen. Jesus hat uns zugesagt, dass wir viel Frucht bringen werden, wenn wir in ihm bleiben (vgl. Johannes 15,5). Damit wir mehr Frucht bringen, beschneidet uns Gott, der Vater. Manchmal ha-ben wohlmeinende Christen zu viel und zu früh beschnitten und damit das Wachstum gehindert. Ein liebenswertes Kind Gottes, das stark missbraucht worden war, hat seine Erfahrungen folgendermassen beschrieben:
Eine meiner Freundinnen, deren Rebstock verdorrt war, warf diesen fort. Ich sagte zu ihr: „Ich möchte aus dieser Rebe etwas machen.“ Zu Hause war der Sack mit den toten, trockenen Pflanzen – nichts als ein Durcheinander. Als ich jedoch eine dieser Reben behutsam rundherum flocht, entstand daraus ein rustikaler Kranz, mit vielfältigen Möglichkeiten.
Eine Rebe liess sich nicht leicht biegen und ungeduldig, wie ich war, bog ich sie schnell zurecht. Sie brach – aus welchem Grund? Hätte ich mir die Zeit genom-men, sie langsam zurechtzubiegen, hätte sich daraus ein schöner Kranz ergeben – nicht ein toter Zweig, gebrochen und nutzlos.
Als ich den Kranz fertig gebunden und mit Blumen und Schmuck dekoriert hatte, erkannte ich in ihm mein Leben. So viele Menschen haben in meinem Leben versucht, mich zu verändern. Sie haben meinem Geist etwas aufzwingen wollen, ich habe mich dagegen gewehrt. Doch wenn der Schmerz beinahe un-erträglich war, übten sie auf meine zerbrechliche Schale Zwang aus. Ich tauchte tiefer in meiner Verzweiflung, mein Geist war gebrochen und zerstört.
Dann sandte Gott einen sanftmütigen Menschen, der sich mit sterbenden Reben auskannte. Er bat den Herrn in aller Freundlichkeit und Geduld, sich Zeit zu lassen. Obwohl aus der Ranke noch kein wohlgeformter, dekorativer Kranz geworden ist, so ist mir doch bewusst, dass mit der Hilfe des Dieners Gottes, Christus an dem Tag, an dem er mir begegnet, einen fertig gebundenen Kranz, ein vollkommenes Geschenk für sich sehen wird. Es wird ein vollendeter, geschmückter Kranz sein. Und wenn du dieses Geschenk betrachtest mit den geformten Reben, rund und vollkommen, denke daran, dass Gott dich braucht, um einen Kranz für ihn zu formen.
“Vater, Gott, danke, dass Du mich vorbehaltlos liebst und annimmst.”
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